| News - 30.05.2012 14:29 |
Dokumentarfilm "Südtirol unter Eis – Eine Spurensuche" im Naturmuseum vorgestellt |
Rekonstruktion des Meraner Gebiets in der Eiszeit
2.000 Meter hohes Eis, keine Lebewesen. Das war Südtirol vor 25.000 Jahren, am Höhepunkt der letzten Eiszeit. Wie es damals aussah und welche Zeugen jener Zeit heute noch zu sehen sind, zeigt der neue Dokumentarfilm „Südtirol unter Eis – Eine Spurensuche“, der vom Naturmuseum Südtirol und vom Landesamt für Audiovisuelle Medien produziert wurde.
Schneebedeckte Bergspitzen, aber auch Almwiesen, Seen, grüne Täler und Hügel, sowie sanfte Obst- und Reblandschaften. Den Großteil des Jahres präsentiert sich Südtirol heute so. Das Land wird als klimatisch angenehm und wegen seiner Südausrichtung als besonders mild geschätzt.
Die letzte Eiszeitperiode begann übrigens vor rund zwei Millionen Jahren; seitdem gab es sechs Eiszeiten, wovon die jüngste – die Würm-Kaltzeit - bis heute andauert (die Pole sind schließlich noch eisbedeckt). Kälte- und Wärmeperioden wechseln sich in der Erdgeschichte also immer wieder ab. Und die Frage, ob es in Zukunft wieder zu einer Eiszeit kommen wird, kann heute nicht beantwortet werden.
Mit spektakulären Animationen und ausgewählten Ortsbesichtigungen vermittelt nun der neue Film „Südtirol unter Eis – Eine Spurensuche“ eine Vorstellung davon, wie es hierzulande in der Eiszeit aussah und welche Ereignisse damals stattfanden. Dabei handelt es sich um den ersten Film, der zum Thema Eiszeit in Südtirol gedreht wurde.
Im Film wird auch der Frage nachgegangen, wie es zu einer Eiszeit kommt. Dafür gibt es zwei mögliche Ursachen und zwar eine irdische und eine astronomische: Zum Einen könnte die Verschiebung der Erdplatten eine Rolle spielen; diese hatte nämlich eine Umleitung der Meeresströmungen und einen damit zusammenhängenden Klimawandel auf den Kontinenten zur Folge. Als wahrscheinlich stuft die Wissenschaft allerdings auch astronomische Ursachen für den Beginn einer Eiszeit ein. Demnach kommt es auf Grund eines verdichteten kosmischen Staubs zu weniger Sonneneinstrahlung, worauf schließlich ein Temperatursturz folgt.
Der 30-minütige Film, der heute im Naturmuseum Südtirol in Bozen vorgestellt wurde, ist eine Produktion des Naturmuseum Südtirol und des Landesamtes für Audiovisuelle Medien, die Flugaufnahmen wurden von der Südtirol Marketing Gesellschaft SMG übernommen. Von Benno Baumgarten, Vizedirektor des Naturmuseum Südtirol und Konservator für Erdwissenschaften (Geologie und Mineralogie) stammen die Idee, der Text und die Fachberatung, während Alexander Werth und Christoph Mumelter vom Amt für Audiovisuelle Medien für das Drehbuch, die Kamera und den Schnitt, den Ton und die Animation verantwortlich zeichnen. Die Musik und die Vertonung übernahm der Musikdesigner Gerhard Martini alias „Mr. Coon“, als Darsteller konnte der Autor, Kabarettist und Schauspieler, Dietmar Gamper gewonnen werden, während es sich bei der Sprecherin um Franca Riesch De Pasquale handelt. Um die technische Assistenz kümmerte sich schließlich Konrad Faltner vom Amt für audiovisuelle Medien.
Der Film ist im Shop des Naturmuseums Südtirol und im Amt für Audiovisuelle Medien zu erwerben. Er kann zudem ausgeliehen und von den Schulen auf Anfrage kostenlos (Autor: ) |