News - 28.09.2017  17:02

Pilzausstellung im Naturmuseum: Seltene Exemplare zu sehen


53. Pilzeausstellung

53. Pilzeausstellung

Zum 53. Mal zeigt das Naturmuseum die Ausstellung "Die Pilze Südtirols". Zu sehen gibt es heuer auch den seltenen "Cortinario prodigioso".

Die gestern Abend (27. September) im Naturmuseum Südtirol in Bozen eröffnete Ausstellung "Die Pilze Südtirols" hat schon einen Star: Er heißt "Cortinario prodigioso". "Es handelt sich um einen sehr seltenen Pilz, wahrscheinlich ist es der erste Fund dieser Art in Italien", erklärte Francesco Bellù, Referent der wissenschaftlichen Tätigkeiten der Bozner Ortsgruppe des Mykologischen Vereins Bresadola.

In der Ausstellung werden zwischen 600 und 700 Pilze aus Südtirols Wäldern gezeigt, die heuer besonders pilzreich sind. Unter den frisch gesammelten Pilzen finden sich essbare, ungenießbare, giftige – rund 50 Arten gibt es davon in Südtirol - und tödliche. Ins Naturmuseum gebracht werden sie im Laufe der vier Ausstellungstage von den Mitgliedern des genannten Mykologischen Vereins, der die Schau auch organisiert. Sie ist täglich von 10 bis 19.30 Uhr kostenlos zugänglich und läuft bis einschließlich Sonntag, 1. Oktober.

Im Laufe der mit der Ausstellung verbundenen Sammlungs- und Forschungstätigkeit, fiel außerdem eine weitere Neuigkeit auf und zwar die Anwesenheit in hohen Lagen von Pilzen tropischer Herkunft: "Diese Pilze wachsen hierzulande schon seit Jahrzehnten, allerdings wurden sie bisher nur in den Tälern gesichtet. Neu ist, dass sie jetzt auch in höher gelegenen Gebieten zu finden sind, was auf die Klimaänderung zurückzuführen ist", so Bellù gestern.

Der Direktor im Landesressort Denkmalpflege, Museen, Verkehrsnetz und Mobilität, Valentino Pagani, sprach beio der Ausstellungseröffnung die Zukunft des Naturmuseums an: "Die Forschung zu fördern, ist eines der Anliegen der Landesregierung; in diese Richtung geht auch die Entscheidung, rund zwölf Millionen Euro in die Erweiterung des Naturmuseums zu investieren, um mehr Raum für Sammlungen, Ausstellungen und didaktische Aktivitäten zu schaffen."

Die Ausstellung vermittelt die Bedeutung der Pilze für die Natur: Sie räumen den Wald auf - ohne Pilze würde dieser im abgestorbenen organischen Material ersticken – und verbessern die Nährstoff- und Wasserversorgung mancher Lebensräume. Weitere Schwerpunkte sind die Pilze, die oberhalb der Waldgrenze wachsen, und die Lebensstrategien von Pilzen: Anhand praktischer Beispiele erklären Fachleute, wie die Symbiose zwischen einem Pilz und einer Baumwurzel funktioniert (beide geben und nehmen) und wie ein Pilz auf abgestorbenem organischem Material oder aber auf Kosten einer Wirtspflanze wachsen kann.

Am Donnerstag, Freitag und Samstag werden einstündige Führungen in deutscher und italienischer Sprache für Schulklassen angeboten. (Anmeldungen unter Tel. 0471 412975 - Di-Fr 9-14 Uhr).



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