Forschungsergebnisse Habitat Schlern
Blütenpflanzen und Farne
Für die Südtiroler Flora spielt der Schlern eine wichtige Rolle: Abgesehen vom Artenreichtum bildet der Schlern für einige weltweit nur auf ein Verbreitungsgebiet beschränkte Arten Südosteuropas den nördlichsten Vorposten.
Moose
Unter den gefundenen Sippen konnten vier zum ersten mal in Südtirol nachgewiesen werden: Lophocolea heterophylla fo. gemmifera, Bryum pseudotriquetrum var. duvalioides, Seligeria calcarea und Brachythecium rutabulum var. turgescens.
Flechten
Bemerkenswert ist vor allem der Fund von Naphroma expallidumm einer Art, die bislang nur im Veneto und im Piemont dokumentiert worden ist und die in der Umgebung des Plattkofel häufig vorkommt.
Pilze
Die Unterscheidung zwischen subalpinen und alpinen Lebensräumen ist in der Mykologie entscheidend. In der subalpinen Zone hat es trotz widriger Wetterbedingungen einige taxonomisch interessante Funde gegeben, vorwiegend von Pilzen in Wurzelsymbiose (Cortinarius, Russula, Lactarius, Tricholoma, Suillus).
Bienen
Trotz der für viele Bienen ungünstigen Höhenlage des Untersuchungsgebietes beherbergen die Untersuchungsstandorte deutlich über 50 Prozent des Südtiroler Artbestandes. Die hohe Anzahl an Einzelfunden lässt noch eine beträchtliche Zahl an noch nicht gefundenen Bienenarten vermuten.
Ameisen
Besonders hervorzuheben ist der italienische Erstfund der in Mitteleuropa stark gefährdeten Knotenameise Myrmica vandeli am Völser Weiher.
Laufkäfer
Über ein Drittel der Südtiroler Laufkäferfauna lebt am Schlern, was die Lebensraumvielfalt des Gebiets belegt.
Kurzflügelkäfer
Die Käferfauna des Naturparks Schlern enthält zahlreiche Arten aus der Familie der Kurzflügelkäfer. Viele von diesen findet man nur in den Gebirgen Mitteleuropas.
Hornmilben
Der Naturpark Schlern beinhaltet eine geradezu unglaubliche Artenvielfalt an Hornmilben, die fast ein Drittel der von Italien bekannten Arten ausmacht.
Spinnen
Die Spinnenfauna des Naturparks Schlern erwies sich als außergewöhnlich vielfältig. Mit 350 Arten aus 27 Familien konnten etwa 50 Prozent der gesamten bisher bekannten Landesfauna Südtirols festgestellt werden.
Libellen
Die Arten sind zum Großteil recht weit verbreitete und häufig. Leider konnten bei keinem der stehenden Gewässer absolute Raritäten beobachtet werden.
Schmetterlinge
Die nachgewiesene Artenzahl entspricht etwa einem Drittel der Schmetterlingsfauna Südtirols. Unter den Neufunden sind Micropterix osthelderi, Rhigognostis incarnatella und Cydia cognatanadie ersten sicheren Meldungen aus Italien.
Buckelfliegen
In den tieferen Lagen des Untersuchungsjahres 2006 waren Phoriden vor allem von Anfang Juli bis Ende August anzutreffen, in den höheren deutlich früher von Anfang Mai bis Ende Juli.
Heuschrecken
In den tiefer gelegenen Untersuchungsflächen sind die Lärchenweide (St. Zyprian) mit 21 und die Brandfläche (Tiers) mit 15 Arten die artenreichsten Flächen. Sie beherbergten vorwiegend Arten, die trockene und warme Standorte bevorzugen.
Zikaden
Die Artenzusammensetzung der Zikadenfauna hat gezeigt, daß der Schlern eine große Vielfalt an Lebensräumen besitzt und damit zahlreichen hoch spezialisierten Arten das Überleben ermöglicht.
Schnecken
Neben sehr artenreichen Standorten (Brandhang Tiers, Kalkfelsen Schloss Prösels) mit vielen und seltenen Arten waren vor allem die Feuchtstandorte und Moore, die natürlicherweise artenärmer sind, als Fundorte sehr bemerkenswert.
Amphibien, Reptilien
Die artenreichste Amphibienfauna konnte in der Umgebung des Völser Weihers festgestellt werden. Am Hochplateau des Schlernmassivs wurde nur der Grasfrosch festgestellt.
Vögel
Bezüglich Habitate gab es bei den verschiedenen Waldformationen nur geringe Unterschiede hinsichtlich Artenzahl, in allen Waldformen war sie gut bis sehr gut. Sehr erfreulich waren das Vorkommen aller fünf möglichen Spechtarten und die Greifvogelfauna.
Fledermäuse
Anzahl festgestellte Arten im Untersuchungsgebiet: 10 Arten, 8 Gattungen
Besonders artenreiche Untersuchungsflächen: Völser Weiher
Fische
Anzahl festgestellte Arten im Untersuchungsgebiet: 10 Arten
Besonders artenreiche Untersuchungsflächen: Völser Weiher, Frötschbach
Gewässerfauna
Im Frötschbach wurden insgesamt 86 wirbellose Arten gefunden, von denen 55 bestimmt werden konnten. Die relativ hohe Anzahl der Neufunde ist vor allem darauf zurückzuführen, dass diese Tiergruppen in Südtirol bisher nur wenig erforscht worden sind.